Samstag, 7. Januar 2012

Rilke neu vertont

Gestern das erste Konzerthighlight des Jahres.
Reinhard Repkes Club der toten Dichter gastierte im Dasdie live in Erfurt.

Bildquelle Club der toten Dichter
Schon lange mag ich die Rilke-Gedichte, kenne das Rilke-Projekt und war nun gespannt auf die Umsetzung von Reinhard Repke und seinen Bandkollegen. Als Sängerin dieses mal dabei Katharina Franck, vielleicht einigen von euch noch als Sängerin der Rainbirds bekannt.

Wie kaum ein anderer Dichter vermag Rainer Maria Rilke seine Leser in eine Gefühlswelt zu entführen, die ihnen vertraut und gleichsam neu erscheint. Man fühlt sich zu Hause und doch erweitert sich der eigene Horizont. Seine Worte sind im Leben verhaftet und doch Poesie. Dieses Gefühl steht im Mittelpunkt der Neuvertonungen des Club der toten Dichter. Es geht nicht um eine rezitative Überhöhung, vielmehr fühlt sich die musikalische Umsetzung der Melodie in den Gedichten verpflichtet. Die Texte werden gesungen, schwingen sich frei und lassen dem Publikum Raum für die eigenen Gefühle. Wenn Katharina Franck "Die Erblindende" "Der Panther"  "Herbsttag" singt, fängt der Text an zu atmen, die Musik trägt ihn und beides verbindet sich zu "eines wunders melodie".
(Quelle club-der-toten-dichter.de)

Schönere Worte kann ich dafür nicht finden! 

Auf der Bühne finden sich brilliante Musiker, die ihr Handwerk verstehen. Besonders beeindruckt war ich vom Schlagzeuger Tim Lorenz. Virtuos brachte er Snare-Drum, Tom-Toms und Hi-Hat zum Klingen. Als gefragter Musiker spielt er auch für Udo Lindenberg.



Bis Ende des Monats ist der Club der toten Dichter noch auf Tour. Wer Rilke und richtig gute, handgemachte Musik mag, sollte sich das Konzert nicht entgehen lassen.

Mal sehen, was das Jahr noch so bietet an musikalischen Höhepunkten. In Planung sind noch einige: Anna Depenbusch im Spiegelzelt, Grönemeyer...
...vielleicht habt ihr ja auch noch den einen oder anderen Tip für mich!

Kommentare:

  1. Sehr schön! Ich lese auch ganz gern Rilke-Gedichte und finde die Vertonung gelungen!

    Anne

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  2. Rilke ist selbst schon wie Musik...
    es drängt sich nahezu auf, seine Reime zu vertonen.


    Oh wie fühl ich still zu dir hinüber,
    oh wie gehen mir von deinem Bild
    steigende Gefühle flutend über.
    Ungeheuer ist mein Herz gewillt.

    In dem Raume, den ich in mich schaute
    aus dem Weltraum und dem Wind am Meer,
    gehst du, unbegreifliche Vertraute,
    wie sein eigenstes Geschöpf umher.

    Nun erst schließ ich, ach nach wieviel Zeiten
    meine Augen über mir; nun mag
    keine Sehnsucht mehr mich überschreiten;
    denn vollendeter wird Nacht und Tag.

    Schau ich aber leise auf, so heilt
    mir die Welt am milderen Gesichte -oh wo war ja doch: dass ich verzichte,
    allen Engeln noch nicht mitgeteilt.

    Rainer Maria Rilke, 27.2.1914, Berlin

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  3. Hallo, das hört sich ja wunderbar an und einfach nach Wohlgefühl und Auftanken - so wichtig in unserem ach so vollen Alltag. Herzliche Grüße aus Bayern, Angelika (P.S. Der Kurs, der ursprünglich im November stattfinden sollte, wird im März nachgeholt und im Mai gibt es nochmal einen Termin.)

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danke für deine lieben Worte